Bevor Sie auf irgenwelche ungezügelte Werbesprüche hereinfallen, sollten Sie sich vor Ihrer Skiwahl über einige physikalische Grundgesetze im Klaren sein.
ALPIN SKI
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Einige Skieigenschaften sind konträr, d.h. vom Entweder-Oder-Typ. So kann z.B. der Ski nicht gleichzeitig kurz und lang sein, hart und biegsam (Flex), dämpfend und federnd (katapultierend), usw.
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Kompromisse bei diesen Schlüssel-Eigenschaften können dazu führen, dass Sie nie den richtigen, d.h. der gerade herschenden Schneebeschaffenheit entsprechenden, Ski haben werden.
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Ski-Länge: Seit Einführung der Carver gibt es so gut wie keine feste Regeln. Ein Erwachsener kann genauso einen 180cm, als auch 77cm Ski fahren. Ausschlagebend ist der bevorzugter Fahrstill und Gelände. Das Körpergewicht ist wichtiger als Körpergröße. Für mänliche normalfahrer sind die Längen 160-180cm am gängigsten, für Frauen 140-160cm. Fun-Carver sind alle unter 140cm. Die BLADEs-Gattung ist alles unter 100cm. Bei Kinderski lautet eine der vielen Empfehlungen: Anfänger: bis Achselhöhe, Mittel: bis Schuterhöhe, Rennfahrer: bis Körpergröße.
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Ski-Härte (Längssteifigkeit): Die Faustregel: für knochenharten, eisigen Schnee einen harten Ski, für alle andere Schneearten einen biegsamen (=mit gutem Flex). Die Fahrt mit einem hartem Ski im Pulverschnee ist genauso unangenehm (er schneidet ein!), wie mit einem Weichling am Eisberg. Bedenken Sie aber, dass guter Halt am Eisschnee zum größten Teil durch scharfe Kanten gegeben ist, die Skihärte kommt erst bei einer höheren Geschwingigkeit zum tragen. Kinderski und BLADEs unter 100cm sollten immer weich sein. Bedenken Sie, dass heute die Pisten gut gepflegt sind, so dass die früher so befürchtete Eisplatten eher eine Seltenheit sind.
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Torsionsteifigkeit: ist eine Skihärte in der Verwindungsrichtung (=Drall). Statisch kann zwar kein Ski so beansprucht werden, bei höheren Geschwindigleiten im Eisschnee kann es jedoch zu Vibrationen kommen, die zeitversetzt auf die beiden Skikanten wirken. Dadurch kann sich ein vibrierender Drehmoment ergeben (=der Ski "Flattert"). Die Torsionssteifigkeit reduziert, evtl. gepaart mit einem weiteren Dämpfungselement, diese Vibrationen.
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Vibrationsdämpfung: Wichtig ist zu wissen, dass es zu nennenswerten Vibrationen erst bei einer hohen Geschwindigkeit am Eisschnee kommen kann. Im weichen Schnee vibriert ein Ski nie (der Schnee dämpft deutlich mehr als der Ski selbst). Oft wird zu viel unbegrüdeter Humbuck um die Skidämpfung getrieben. Bekannte Dämpfungselemente sind: Titanalgurt, oder Einbettung des Holzkerns in einen PU-Schaum unter dem CAP. Auch außere 3-D "Würstel" an der Skioberfläche sollen sichtbar für den Skifahrer zur Dämpfung beitragen, oft mit zweifelhaften Erfolg. Skivibrationen, falls sie überhaupt entstehen, haben verschiedene Frequenzen. Ein Dämpfungselement solte immer nur ein Teil davon, die unangenehmen, ausfiltern. Da musste er aber schon recht "schlau" sein, damit er nicht auch die nützlichen Frequenzen (Rebounce) abwürgt.
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Rebounce (kick back), d.h. Energierückgewinnung aus dem Schwung: beim Slalom, oder rythmsichen Wedeln ist es oft angenehm, wenn der Ski mithilft, den Schwung aus der vorangegangener Kurve in die nächste mitzunehmen. Der Ski muss daher federn, darf nicht gedämpft sein, siehe oben "Vibrationsdämpfung" (ein gedämpter Ski federt nicht !). Die Skihersteller versuchen zwar, nur die "schädlichen" Schwingungen (höhere Frequenzen) abzudämpfen, damit die gewünschten (niedrige Frequenzen) erhalten bleiben, oft mit zweifelhaften Efolg, jedoch mit Mordswerbung!
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Ausreißfestigkeit der Bindungsschrauben: die einschlägigen Normen schreiben hier exakte Werte vor. Alle Ski in der EU müssen diese Normen erfüllen. Die Bindungsschrauben werden in der Regel von dem oberen verstärkten Laminat-CUP und/oder einer äußerst zähen ABS-Platte, im Ski großflächig eingebettet, festgehalten. Irre ist die Vorstellung, dass der Holzkern, oder sogar der Titanalgurt dafür da sind, um die Ausreißfestigkeit der Bindungsschrauben zu gewährleisten. Außerst wichtig ist hier jedoch die fachgerechte Bindungsmontage mit Drehmomentbeschränkenden (4 Nm) elektrischen Srchaubendreher (nur vom Fachman durchzuführen, nie selber machen !!!).
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Normgerechte Bindungseinstellung: Durch die ISO 11088 geregelt, erfolgt eine normgerechte Bindungseinstellung nur dann, wenn alle 3 Systemkomponenten Schuh, Ski und Bindung vorhanden sind (fehlt z.B. der Schuh, kann keine normgerechte Einstellung durchgeführt werden, höchstens eine "Voreinstellung", die jedoch nicht ausreichend gegen Verletzungen schützt). Bei der Berechnungsmethode der individuellen Einstellzahl Z gibt es 2 Methoden: die TIBIAMETHODE (basierend auf Schenbeinkopf-Durchmesser) und die GEWICHTSMETHODE (basierend auf Körpergewicht). Es müssen daher alle notwendigen Parameter des Skifahrers bekannt sein (z.B. bei der Gewichtsmethode: Gewicht, Größe, Alter, Fahrkönnen und Sohlenlänge). Die Überprüfung der montierten Funktionseinheit muß an einer normgerecht kalibrierten Bindungseinstellmaschine durcheführt werden und auf einer ausgedruckten Einstellkarte lückenlos dokumentiert werden.
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